
⭐️ EINE KLEINE GEBURT ("FEHLGEBURT") VOLL VON GOTTES GEGENWART IM GRÖßTEN SCHMERZ
Anonym
In der Schwangerschaft war für uns klar: Wir haben ist ein Sohn. Ich wollte eigentlich immer ein Mädchen haben - es war also kein Wunschdenken, dass ich immer wieder versehentlich "er" zu ihm gesagt hab, wenn ich mit meinem Mann über Noah gesprochen und mich dann natürlich gleich ausgebessert hab - weil es ja natürlich auch ein Mädchen hätte sein können. Aber für mich war es irgendwie vom Gefühl her ein Bub. Zu einem späteren Zeitpunkt liest mein Mann seine Prophezeiung von Gott vor, in der steht, dass wir einen Sohn haben werden! Das war für uns eine klare Bestätigung. Was mich gleich zum nächsten Punkt bringt: Gottes Prophezeiung für unseren Sohn war - je nach Berechnung - mit nur einem Tag Abstand zum errechneten Geburtstermin bzw. je nach Berechnung sogar am selben Tag wie der ET! Am 15.7.2025 sagte Gott uns: "In einem Jahr werdet ihr einen Sohn haben." - ET: 16.7.2026
Als klar war, dass es eine Fehlgeburt werden würde, hatte ich Angst, das Baby nicht als solches zu erkennen und auch dass es vielleicht im Klo landen würde – es war ja erst die 8. SSW. Gottseidank ist es aber am Fußboden passiert. Es wäre so würdelos gewesen, wenn es im Klo gelandet wäre.
Als Noah da war, schaut ihn mein Mann an und weiß: Er heißt Noah! Er hat in dem Moment ganz vergessen, dass der Name sogar auf unserer Namensliste steht - und da stehen lediglich drei Bubennamen. Es war also eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass er genau einen dieser Namen treffen würde.
Die Platzsuche für Noahs Grab nach der Geburt war einfach. Mein Mann und ich hatten ein und den selben Gedanken: Bei der weißen Rose im Garten. Das war für beide klar und eindeutig - unabhängig von einander sind wir zu der Überzeugung gelangt.
Die Nacht vor seiner Beerdigung bin ich wach und habe ganz viele Eindrücke und Ideen, wie wir die Beerdigung dann heute gestalten sollen. (Ich lese aus meinem Schwangerschaftstagebuch vor, wir werden als Familie beten und Noah Gebete und Briefe in den Sarg dazulegen und u.A. die Bibelstelle Mt 11,28-30, die mir Gott geschenkt hat,...)
Meine Schwiegermama schreibt nach dem Begräbnis, als ich die Bibelstelle nochmal an alle schicke: "Die Schriftstelle, die du oben geschickt hast trägt in gewisser Weise das Datum eurer leidvollen Tage in sich 11, 28 - 30 28.- 30. 11" [...] Kommt her, die ihr mühselig und beladen seid. Ich werde euch Ruhe verschaffen. [...] und Gott hat uns Ruhe verschafft an diesem schmerzhaften Tag des Abschieds. (Außerdem: Noah bedeutet Ruhe)
Wir haben gerade den heutigen Tag des Abschiedes Revue passieren lassen und ich habe meinem Mann erzählt: "Als wir einkaufen waren, hab ich kurz überlegt, eine Grabkerze mitzunehmen, aber dann dachte ich mir: Nein, keine ist schön genug für unseren Noah, lassen wir's lieber." Aber ich hab die Gedanken nicht ausgesprochen. Mein Mann schaut mich an und meint: "Mir ging's ähnlich - als wir im Geschäft waren, hab ich mir die Blumen angeschaut und mir gedacht: nein, die sind nicht schön genug für unseren Noah, lassen wirs lieber." - auch er hat mir nichts von seinen Gedanken erzählt.
Und dann nahmen unsere Eltern (als Großeltern) wunderschöne Blumen und eine wunderschöne Grabkerze mit - unvergleichlich zu der Ware im Geschäft. Meine Güte das trägt für mich Gottes Handschrift in all dem. Gott hat heute auch da, aber in noch vielen anderen Belangen uns durch unsere Eltern gesegnet und getragen.
Die Antwort meines Papas auf diese Feststellung war: "Wir haben im Internet nach einer schönen Kerze gesucht, aber irgendwie nichts Passendes gefunden bei Geschäften, die in Reichweite waren. Dann haben wir die Blumen gekauft. Die drei Blumen stehen für uns für die drei Ehepaare, die heute anwesend waren. Bezüglich der Kerze hatten wir beide (meine Eltern) den Eindruck, dass wir nur Zeit für etwas verschwenden, was dann ohnehin keine gute Lösung wird. Mama und ich haben jetzt auf der Heimfahrt auch gesagt, dass das Gott so organisiert hat. Gott erhört Gebete. Wir haben gebetet, dass er Euch in dieser Lage seine Gegenwart spüren lässt, und er tut es. Seid gesegnet!!!"
Was von diesem heutigen Tag des Abschieds bleibt: Noah: Ruhe und Frieden (und Dankbarkeit) Ich hätte nicht gedacht, dass die Bedeutung des Namens so treffend sein würde. Das hätte ich wirklich nicht für möglich gehalten. Vom Umgang unter einander (unsere Eltern miteinander und mit uns) war es heute der Himmel auf der Erde, wenngleich der Anlass unglaublich traurig war, aber wir sind uns alle sehr viel näher gekommen. Das war wunderschön und Noah - ihm geht`s gut. Omi und Großmutter haben das Privileg, ihn schon zu kennen und sie haben bestimmt ihre helle Freude an ihm. Und Jesus - er sieht uns. Er kümmert sich und trägt uns durch die schwierigen Zeiten. Wenn wir auf die Zeit in unserem Leben zurückschauen, werden wir nur eine Fußspur im Sand sehen.
(Noch eine kleine Ergänzung: Meine Großmütter haben beide erleben müssen, dass ein Kind vor ihnen heimgeht – jetzt dürfen sie das aus der himmlischen Perspektive mal erleben.)
Am Tag danach hat es viel geregnet. Die ganze Nacht schon hat es geregnet und auch schon gestern Nachmittag, trotzdem brennt das Licht in Noahs Laterne weiter - selbst ohne Deckel auf der Grabkerze.
Mein Handy zeigt mir eine Nachricht meiner Mama an: "Der Ausdruck in der Bibel, dass Maria ein Schwert durch die Brust ging als sie ihren Sohn leiden sah, trifft es sehr gut. Du bist mein geliebtes Kind. Dein Mann ist gefühlt mein Kind mit einer anderen Mutter.
...und dann der Verlust des Kleinen...
Mir kommt immer wieder diese falsche Reihenfolge ins Gedächtnis:
Sterbedatum vor Geburtsdatum
Eltern, die ihr Kind beerdigen
Großeltern, die zur Beerdigung des Enkelkindes fahren
Der einzige Trost: Gott, der Noah im Himmel aufnimmt."
Ich staune über eure Kräfte. Der Sarg ist wunderschön, die Beisetzung hat gesprüht vor Liebe. Sie war würdevoll und etwas ganz Besonderes.“
Mittlerweile haben wir den 5.12. Heute Früh bekommen wir Post - eine Auflistung sämtlicher Namenstage im ganzen Kalender - ich suche sofort Noah und finde ihn nicht. Also google ich den Namenstag: es ist der 28.11. Der Tag an dem alles ins Rollen gekommen ist, weil ich die ersten Symptome entwickelt habe bzw. war es der letzte Tag, wo wir noch keine Sorgen und Ängste um Noah hatten.
Zu Weihnachten, wo wir eigentlich der Familie von Noah erzählen wollten, bekamen wir zwei wundervolle Geschenke. Zum einen eine wundervolle Kerze von meiner Mama und zum anderen ein wundervolles Bild mit schönem Rahmen von meinem Schwiegerpapa – beides passt farblich perfekt zueinander, obwohl sie sich nicht abgesprochen haben.
Das meiste von all dem habe ich am Tag der Beerdigung meines Kindes geschrieben, weil ich Angst hatte, es zu vergessen. Es waren zu viele Zufälle um Gottes Anwesenheit anzuzweifeln. Und ja, ich verstehe es nicht, warum das so sein musste und kämpfe noch immer mit dieser Prophezeiung bzgl. dessen, dass wir in einem Jahr einen Sohn haben sollten. Keine Ahnung, wie Gott das meinte, aber dass er uns gesehen hat in dem Schmerz und bei uns war – das kann ich nicht leugnen.